DER AUFBAU VON MUNTAGNARD

Die ersten Schritte im Textilbereich

Da waren wir also. Frisch aufs Blaue gekündigt mit dem festen Vorhaben, eine haptisches Produkt herzustellen, das Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit vereint.

Nachdem wir uns mit zahlreichen Geschäftsideen parallel auseinandergesetzt hatten, sassen wir eines Tages mit einem langjährigen Freund zusammen, der uns von seiner Geschäftsidee erzählte: Es gäbe noch keine nachhaltige Schweizer Skibekleidungsmarke, was eine spannende Marktlücke sein könnte. Anfangs haben wir diese Idee eher belächelt und nur wenig ernst genommen, da es ja doch bereits das eine oder andere Schweizer Unternehmen in diesem Bereich gibt. Je länger wir aber darüber nachgedacht haben, desto spannender und relevanter schien uns die Idee. Nicht per se der Aspekt, dass der Markt auf eine weitere Schweizer Skibekleidungsmarke gewartet hat. Vielmehr wurde uns nach initialen Recherchen bewusst, dass die Bekleidungsbranche einer der intransparentesten und schmutzigsten Industrien überhaupt ist. Wir begannen uns also ins Thema einzulesen und uns mit der Industrie, den damit verbundenen Herausforderungen wie auch deren Chancen zu befassen. Nach zahlreichen Expertengesprächen aus der Textil-/ und Kleidungsindustrie, Datenanalysen von Industriereports und Messebesuchen wurde die Passion für Textilien und der Drang nach einer positiven Veränderung immer grösser. Obwohl wir bis dato keinerlei Hintergrundwissen und Expertise im Textilbereich hatten, liess uns die Idee, die Herausforderung anzunehmen und selbst einmal ein holistisch durchdachtes Kleidungsstück nach höchsten Nachhaltigkeitskriterien zu produzieren, nicht mehr los. Auslöser für diesen Drang war die Erkenntnis, dass Nachhaltigkeit zwar DAS zentrale Thema ist, aufgrund der Komplexität vielfach entweder aber zu kurz gedacht oder schlichtweg kapituliert wurde. Viele nachhaltige, scheinbar innovative Materialien und Ansätze waren dann bei genauerer Betrachtung dann doch eher wenig überzeugend oder schlichtweg „Greenwashing“.

Wir waren uns ziemlich schnell einig: wenn es niemand sonst wagt, neue Wege zu gehen und Textilien von Grund auf neu zu denken, dann machen wir es halt selbst und zeigen dem Markt, dass bei ehrlicher und transparenter Nachhaltigkeit keineswegs Qualität, Stil und Wirtschaftlichkeit verzichtet werden muss.

Der Sprung ins kalte Wasser

Nun standen wir also da, voller Euphorie und Motivation, allen zu zeigen wie der Hase läuft. Wir sind ja schliesslich nicht auf den Kopf gefallen und so ein Kleidungsstück herzustellen kann ja wohl nicht allzu schwierig sein. Als wäre ein simples Produkt nicht bereits Herausforderung genug für Branchenoutsider, haben wir uns dazu entschieden, uns gleich am komplexesten Kleidungsstück zu versuchen: eine Winterjacke. Wir waren davon überzeugt, wenn wir eine hochwertige und schöne Jacke auf den Markt bringen, dann können wir danach alle anderen Produkte nur so aus dem Ärmel schütteln und die Kunden würden uns logischerweise vertrauen, weil wir ja bereits die bestmögliche Jacke produziert haben. In der Theorie eine herausragende Idee, in der Praxis dann doch ein Kleinwenig komplexer als anfangs angedacht. Wir waren uns durchaus bewusst, dass es ein langer und steiniger Weg sein wird bis wir eine Jacke auf den Markt bringen können. Diese Annahme wurde uns auch nur zu oft von zahlreichen Textilexperten bestätigt. Immer wieder wurde uns gesagt „wenn dies möglich wäre, dann hätte es bestimmt schon jemand getan und für Branchenoutsider wie ihr es seid, wird es noch schwieriger“. Anstatt zu entmutigen, haben uns solche, in unseren damaligen Augen, Pessimisten aber nur noch mehr in unserem Vorhaben bestärkt und zusätzlich motiviert. Rückblickend, knapp zweieinhalb Jahre später und die geplante Markteinführung der Jacke auf nächsten Herbst verschoben, war wohl doch etwas dran an den anfänglichen Warnungen. Glücklicherweise haben wir uns aber nicht von unserem Vorhaben abbringen lassen, denn auch wenn der Weg enorm lange war und wir mittlerweile nicht bei Plan B oder C sondern eher Plan R angelangt sind, bereuen wir unseren damaligen Entscheid  keine Sekunde und die anschliessende Reise war und ist etwas vom Besten und Spannendsten was wir je erleben durften. Wir haben uns entschieden, unseren eigenen Weg zu gehen, den Schritt ins Ungewisse zu wagen und vor allem offen zu sein für Neues.

Die Produktentwicklung und der Unternehmensaufbau

Nach mehrmonatiger Recherche zu den für uns passenden Materialien und der strategischen Ausrichtung unseres Unternehmens, haben wir begonnen uns nach geeigneten Partnern umzuschauen. Wir tragen zwar täglich Kleidung und oftmals entsprechend auch Jacken, viel weiter reichte unser damaliges Wissen zu Funktionalität und Design solcher Produkte aber nicht. Wir brauchten Unterstützung und zwar vor allem beim Design und der Konzeption unserer geplanten Jacke. Glücklicherweise fanden wir ziemlich schnell jemanden, der eine ähnliche Begeisterung fürs Thema mitbrachte und vor allem gelernte Textildesignerin war. Zusammen haben wir begonnen unsere „Traumjacke“ zu entwickeln: Es sollte die „bestmögliche“ Jacke werden die einen tagtäglich begleitet, langlebig ist und aus den nachhaltigsten Rohmaterialien gefertigt wurde.

Im Entwicklungsprozess haben wir dann ziemlich schnell bemerkt, dass die von uns wünschenswerten Materialien so leider nicht einfach ab der Stange verfügbar sind. Logisch eigentlich, sonst wäre es ja tatsächlich noch einfach und stressfrei gewesen. Also haben wir uns auf die Suche nach möglichen Partnern gemacht, die ähnlich verrückt sind und unsere Ambition für die Entwicklung neuer Lösungen teilten. Nach einer anfangs enorm vielversprechenden Stoffentwicklung mit einem Schweizer Produzenten, mussten wir nach den ersten Prototypen leider ehrlicherweise zugeben, dass die gewählten Rohmaterialien zwar ökologisch äusserst sinnvoll waren, sich aber halt nicht für eine derartige Jacke eignen. Das Produkt war zwar schön anzusehen und der Stoff hatte eine enorm spannende und angenehme Haptik, leider war die gewünschte Funktionalität aber nicht gegeben. Dieser kleine Rückschlag war unschön, tat aber keinen Abbruch an unserer Motivation weiterzusuchen und zu forschen. Mit unserem Jackendesign und unserer enorm spezifischen Materialauswahl gingen wir somit weiter auf die Suche nach geeigneten Lösungen und Partnern. Dieser semi-geplante Umweg hat uns dann glücklicherweise zur Schweizer Wolle geführt, dem zentralen Rohmaterial für unsere Schweizer LANA-Shell Jacke. Die ganze Geschichte wie wir letztendlich unseren eigenen Stoff aus der Schweizer Wolle entwickelten, unser Design gefühlte 20-mal anpassten und den schweren Entscheid zur Verschiebung unserer Produktlancierung im 2019 treffen mussten, erzählen wir dann aber gerne zu einem späteren Zeitpunkt in einem dafür spezifischen Blogbeitrag.

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