RETHINKING TEXTILES (IN 1 MIN.)

Gemäss Literatur wird Innovation (wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“) meist im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen (engl. «invention») und deren wirtschaftlichen Umsetzung (engl. «innovation») verstanden. Im engeren Sinne wird demnach eine Idee erst dann zur Innovation, wenn diese in Form neuer Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt wird, die tatsächlich Anwendung finden und den Markt durchdringen. Wann ist man also als textiles Unternehmen innovativ und wann folgt man eher einem Trend?

Wir finden, Innovation ist oft mit einem beachtlichen Risiko und somit einer ordentlichen Portion Mut verbunden. Wer innovativ sein will, muss bereit sein, anders zu denken und sich in unbekannte Gewässer zu wagen. Wir selbst sehen uns nicht per se als Erfinder oder die Daniel Düsentriebs der Textilbranche, aber als aufgeschlossener Akteur, der es wagt, den Status-Quo zu hinterfragen und über den Tellerrand hinausschauen will. Finden wir keine bestehende Lösung auf dem Markt, so scheuen wir nicht die Mühe, selbst eine Eigenentwicklung anzugehen. So fanden wir bspw. keinen nutzbaren Stoff aus 100% Schweizer Wolle auf dem Markt. Tatsächlich wurden solche durch Synthetik und Merino-Wolle offenbar gänzlich verdrängt. Unsere Eigenentwicklung aus Schweizer Schafswolle ist demnach keine disruptive «neue» Innovation, aber dennoch eine komplette Neuentwicklung, denn dieses Produkt gab es nirgends mehr zu finden. Aus diesem Grund haben wir in einem zweijährigen Entwicklungsprozess die gesamte Wertschöpfungskette für unseren eigenen Muntagnard Swiss LANA Stoff komplett neu aufgebaut. So wurde aus 1.25 Tonnen Schweizer Wolle ein ungefähr 1.3km langer Jackenstoff. Dabei wollten wir in erster Linie die Nutzung eines grossartigen Rohstoffes wiederaufleben lassen, der in den letzten Jahrzenten ein wenig in Vergessenheit geraten und zurückgedrängt worden ist und aufzeigen, dass man auch mit diesem Rohstoff ein wunderbares Endprodukt – unseren eigenen Muntagnard Swiss LANA Stoff –  herstellen kann.

Auch unser T-Shirt LEGNA, das erste zertifiziert plastikfreie Kleidungsstück der Welt (gemäss flustix), ist im Grunde keine bahnbrechende Innovation. Natürlich gab es auch schon vor dem Einsatz von Synthetik ausschliesslich plastikfreie Produkte. Heute ist es jedoch Standard, dass, auch wenn bspw. «100% Baumwolle» draufstehen sollte, leider meist nicht 100% Baumwolle drin ist. Das Spezielle am T-Shirt LEGNA ist demanch, dass nicht nur alle Komponenten im T-Shirt plastikfrei sind, was heute schon schwierig zu finden ist. Vielmehr besteht alles – der Stoff, das Nähgarn, die Pflegeetiketten – aus nur einer einzigen Faser. Damit wurde das T-Shirt LEGNA für die Kreislaufwirtschaft konzipiert, denn es ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern auch so einfach wie möglich im derzeitigen Recyclingsystem wiederverwertbar.

Wir streben stets danach, Produkte von Material bis Funktion neu zu denken, um die jeweils bestmögliche Version zu entwickeln. Dies mag oftmals der mühsamere und längere Weg sein, den viele nicht zu gehen bereit scheinen. Wir sehen für uns darin aber die zentrale Daseinsberechtigung, uns im Textilmarkt zu etablieren und Produkte «anders» zu produzieren. Für uns ist es zweitrangig, ob wir etwas selbst komplett neu entwickeln, in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen eine Innovation vorantreiben oder schlichtweg innovative, marktfähige Produkte und Lösungen anderer zu einem neuen Gesamtprodukt kombinieren und einsetzen. Wir wollen qualitativ hochwertige, stilvolle und komfortable Produkte für Personen schaffen, die wie wir ihren eigenen Weg gehen und über den Tellerrand schauen, um eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.

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